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Sicher durch den Schweizer Winter: Fahrtechniken für Schnee und Eis
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Sicher durch den Schweizer Winter: Fahrtechniken für Schnee und Eis

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Sicher durch den Schweizer Winter: Tipps zu Reifen, Fahrtechnik und Notfällen auf Pässen wie Gotthard und Klausen. Jetzt vorbereiten und Unfälle vermeiden.

Stellen Sie sich vor: Sie fahren an einem Dezembermorgen über den Brünigpass. Plötzlich wird die Fahrbahn weiss, der Nebel reisst auf und vor Ihnen liegt eine glatte, vereiste Kurve. Ihr Herz klopft, die Hände umkrampfen das Lenkrad. Für viele Schweizer Autofahrer ist das keine Fiktion, sondern Realität. Der Winter in der Schweiz fordert selbst erfahrene Lenker heraus – mit über 200'000 Kilometern Strassen in den Alpen, darunter berüchtigte Pässe wie Gotthard, Simplon und Grimsel, die bei Schneefall extrem rutschig und steil werden. Jährlich ereignen sich rund 1'500 Winterunfälle auf Schweizer Strassen, wie die BFU-Statistik zeigt. Viele dieser Unfälle passieren nicht wegen zu hohem Tempo, sondern wegen mangelnder Fahrtechnik. Dabei kann jeder mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Techniken sicher durch die kalte Jahreszeit kommen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Auto wintertauglich machen, auf Schnee und Eis richtig fahren und im Notfall ruhig bleiben. Tauchen Sie ein in die Welt des sicheren Winterfahrens in der Schweiz.

Warum der Winter in der Schweiz eine besondere Herausforderung ist

Die Schweiz ist ein Land der Extreme – und das gilt besonders für den Strassenverkehr im Winter. Während im Flachland um Zürich oder Bern oft nur Nieselregen und Nebel herrschen, liegen auf den Alpenpässen manchmal über einen Meter Schnee. Diese Unterschiede machen das Winterfahren in der Schweiz zu einer komplexen Aufgabe. Die BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) dokumentiert jährlich etwa 1'500 Unfälle, die direkt auf winterliche Strassenverhältnisse zurückgehen. Besonders tückisch ist die sogenannte überfrierende Nässe: Auf Brücken und in schattigen Senken gefriert Feuchtigkeit blitzschnell und verwandelt die Strasse in eine spiegelglatte Eisfläche – oft ohne sichtbare Warnung.

Doch nicht nur die Strassenverhältnisse sind eine Herausforderung. Die schiere Topografie der Schweiz zwingt Autofahrer zu speziellen Manövern. Der Gotthardpass, die 10%-Steigung am Klausenpass oder die engen Haarnadelkurven am Sustenpass verlangen ein Gefühl für Kupplung, Gas und Bremse, das im Flachland kaum trainiert wird. Zudem kommen jährlich tausende Pendler aus dem Ausland in die Schweiz, die mit den hiesigen Winterbedingungen nicht vertraut sind. Für Einheimische wie für Zugereiste gilt: Wer die Techniken beherrscht, senkt das Unfallrisiko drastisch. Ein TCS-Winterfahrkurs auf dem Gelände in Hinwil oder Ecuvillens kann hier wahre Wunder wirken – aber dazu später mehr.

Wintertaugliche Ausrüstung: Reifen, Ketten und mehr

Bevor Sie überhaupt den Motor starten, steht die Ausrüstung im Fokus. In der Schweiz gilt keine pauschale Winterreifenpflicht wie in Österreich, sondern eine situative Pflicht: Sind die Strassen mit Schnee, Eis oder Reifglätte bedeckt, müssen Sie mit Winterreifen unterwegs sein. Der TCS empfiehlt deshalb, ab dem 1. Oktober bis Ostern grundsätzlich auf Winterreifen zu wechseln. Doch welcher Reifen ist der richtige?

  • Mindestprofiltiefe: Gesetzlich sind 1,6 mm erlaubt, aber für echte Sicherheit auf Schnee und Eis sollten Sie mindestens 4 mm Profil haben. Ein Profiltiefenmesser kostet wenige Franken und gibt sofort Klarheit.
  • Alpin-Symbol Pflicht: Reifen mit M+S-Kennzeichnung (Matsch + Schnee) sind nicht mehr ausreichend. Seit 2018 muss das Alpin-Symbol (Berg mit Schneeflocke) aufgedruckt sein, damit sie als Winterreifen gelten. Prüfen Sie vor jeder Saison, ob Ihre Reifen noch zugelassen sind.
  • Schneeketten: Auf Alpenpassagen sind Schneeketten fast ein Muss. Rund 70% der Winterunfälle auf Pässen passieren ohne Ketten. Ein Set für ein Mittelklasseauto kostet zwischen 150 und 250 CHF – eine Investition, die sich lohnt. Der TCS empfiehlt die Modelle von Thule oder König, die sich leicht montieren lassen.

Neben Reifen und Ketten gehört auch die richtige Ausrüstung im Auto: Ein Eiskratzer mit Handschuhfach, ein Paar Arbeitshandschuhe, eine Taschenlampe und eine warme Decke sollten nie fehlen. Und vergessen Sie nicht den Frostschutz für die Scheibenwaschanlage – ein Sattelpunkt vieler Autofahrer. Prüfen Sie den Kühlmittel-Frostschutz auf mindestens -25°C, denn ein eingefrorener Motorblock kann teuer werden. Mit dieser Basis sind Sie für jede Fahrt durch die Schweiz gewappnet.

Sicheres Fahren auf Schnee und Eis: Technik für Anstiege und Kurven

car driving snow curve

Haben Sie die Ausrüstung im Griff, geht es ans eigentliche Fahren. Die grösste Herausforderung auf verschneiten Pässen ist das Anfahren am Berg. Nehmen wir den Klausenpass mit seinen 10% Steigung: Viele Fahrer geben zu viel Gas, die Räder drehen durch, das Auto bleibt stehen oder schliddert seitlich. Die richtige Technik: Kupplung schleifen lassen. Treten Sie die Kupplung voll durch, legen Sie den ersten Gang ein, geben Sie leicht Gas und lassen Sie die Kupplung langsam kommen. Sobald das Auto rollt, halten Sie die Kupplung auf dem Schleifpunkt, bis der Wagen sicher Fahrt aufnimmt. Erst dann geben Sie mehr Gas – aber sanft, ohne die Räder durchdrehen zu lassen.

Auch das Bremsen auf Eis will gelernt sein. Moderne Autos mit ABS erledigen die Arbeit automatisch: Sie treten die Bremse voll durch, das ABS regelt den Druck und verhindert das Blockieren der Räder. Doch bei älteren Fahrzeugen ohne ABS (oder bei sehr glatten Bedingungen) ist die Stotterbremse gefragt: Betätigen Sie die Bremse rhythmisch in kurzen, schnellen Stössen – so bleibt das Lenkrad lenkbar und das Auto stabil. Üben Sie das am besten auf einem leeren Parkplatz, bevor Sie auf den Pass fahren.

Kurvenfahren auf Schnee

Die grösste Gefahr im Winter sind nicht die langen Geraden, sondern die Kurven. Vor allem enge Haarnadelkurven wie am Sustenpass verleiten zum Bremsen in der Kurve – ein fataler Fehler. Die Faustregel: Vor der Kurve ausrollen, nicht in der Kurve bremsen. Reduzieren Sie die Geschwindigkeit bereits vor der Kurve, nehmen Sie sie mit gleichmässigem Tempo und lenken Sie sanft ein. Wenn Sie in der Kurve bremsen müssen, besteht die Gefahr, dass die Hinterachse ausbricht und das Auto in die Gegenfahrbahn schleudert. Ein Tipp von TCS-Instruktoren: Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein rohes Ei unter dem Gaspedal – so behalten Sie die feine Motorsteuerung.

  • Bergabfahren: Nutzen Sie die Motorbremse, statt ständig auf die Fussbremse zu treten. Schalten Sie frühzeitig in einen niedrigeren Gang (zweiter oder dritter) und lassen Sie den Motor die Geschwindigkeit kontrollieren. Das entlastet die Bremsen und verhindert ein Überhitzen.
  • Sicht und Abstand: Im Winter reicht der Sicherheitsabstand nicht mehr. Verdoppeln Sie den normalen Abstand von 2 Sekunden auf mindestens 4 Sekunden. Vor einem Pass wie dem Gotthard sollten Sie sogar noch mehr Reserve einplanen, da Bremswege auf Schnee um das Dreifache länger sein können.
  • Nebel und überfrierende Nässe: Im Flachland lauert die Gefahr auf Brücken und in Waldschneisen. Schalten Sie das Abblendlicht auch tagsüber ein – so werden Sie besser gesehen. Und bei Nebel: Tempo drosseln, Nebelleuchten einschalten und nicht auf die Fernlichter setzen, die nur reflektieren.

Notfälle im Winter: Schneeketten richtig anlegen und Pannendienst rufen

Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Das Auto steckt im Schnee fest, oder Sie müssen auf einer Passhöhe Schneeketten anlegen. Viele Autofahrer unterschätzen die Komplexität dieser Situation. Die meisten Pannen am Strassenrand entstehen durch falsch montierte Ketten – die sich dann lösen und das Fahrzeug oder den Unterboden beschädigen. Der TCS bietet auf seiner Website eine kostenlose Video-Anleitung für die gängigsten Kettenmodelle. Üben Sie die Montage vor der Fahrt auf einem trockenen Parkplatz, am besten mit Handschuhen und einer Stirnlampe. Legen Sie die Ketten vorher auf der Fahrbahn aus, fahren Sie mit den Rädern darauf, dann montieren Sie sie nach der Anleitung: zuerst die Spannvorrichtung innen, dann aussen, dann spannen – nicht zu fest, damit sie sich nicht lösen.

Wenn Ihr Auto im Schnee stecken bleibt – zum Beispiel auf einem vereisten Feldweg oder einem Rastplatz – gilt: Nicht durchdrehen lassen. Legen Sie den ersten oder den Rückwärtsgang ein, geben Sie ganz leicht Gas und drehen Sie das Lenkrad vorsichtig hin und her, damit die Räder Haftung finden. Falls nichts hilft, streuen Sie Streusalz, Sand oder sogar Katzenstreu (eine Notlösung) unter die Reifen. Der TCS-Pannendienst ist im Winter besonders gefragt: die Notrufnummer 0800 140 140 ist rund um die Uhr besetzt. Die durchschnittliche Wartezeit im Winter beträgt 35 Minuten – eine halbe Stunde, die Sie mit warmer Kleidung, einem vollen Handy-Akku und einer Taschenlampe gut überbrücken können.

Ein Tipp: Laden Sie die TCS-App auf Ihr Smartphone. Sie zeigt Ihnen nicht nur die nächste Pannenhilfe, sondern auch Live-Verkehrsdaten und Winterwarnungen. Und wer ganz sicher gehen will, packt ein kleines Notfallset ein: eine warme Decke, eine Thermoskanne mit heissem Tee, eine Powerbank fürs Handy und eine Tüte Nüsse – so sind Sie für jede Wartezeit gerüstet.

Winterfahrkurse: So verbessern Sie Ihre Fähigkeiten

Am effektivsten bereiten Sie sich auf den Winter vor, indem Sie Ihre Fahrtechnik trainieren. Die BFU hat ermittelt, dass ein Winterfahrkurs das Unfallrisiko um bis zu 40% senken kann. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein – aber die praktischen Übungen auf speziellen Eis- und Schneeflächen machen den Unterschied. Der TCS Winterfahrkurs auf dem Gelände in Hinwil (ZH) oder Ecuvillens (FR) bietet Ihnen für rund 200 CHF pro Halbtag ein eigenes Fahrzeug (Leihwagen) und einen professionellen Instruktor, der Ihnen zeigt, wie Sie aus einer Rutschung wieder herauskommen oder eine Notbremsung auf Eis meistern.

Die Kursinhalte sind praxisnah: Sie üben das Ausweichen auf Schnee, bei dem Sie einem Hindernis ausweichen müssen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Dazu kommt die Rutschkontrolle – Sie lernen, wie Sie das Lenkrad gegenlenken, wenn das Heck ausbricht. 80% der Teilnehmer bewerten diese Übungen als „lebensrettend“, wie eine Umfrage des TCS ergab. Und die Kosten sind überschaubar: 200 CHF sind weniger als eine durchschnittliche Rechnung für einen Bagatellunfall mit Parkschaden.

Weitere Anbieter in der Schweiz sind die Auto Zürich Academy in Dübendorf, die ebenfalls Wintertrainings anbietet. Für Motorradfahrer gibt es spezielle Kurse: Der TCS Motorrad-Wintertraining im März auf dem gleichen Gelände, bei dem Sie auch bei Kälte und Nässe sicher unterwegs sind. Egal, ob Sie Pendler, Familienvater oder Bergsportler sind – ein solcher Kurs ist das beste Geschenk, das Sie sich selbst machen können. Und wer keinen Kurs buchen will, kann auch mit einem TCS-Wintercheck sein Auto durchleuchten lassen: Kostenlos für Mitglieder, inklusive Reifenprüfung, Frostschutztest und Lichtereinstellung.

Fazit: Bereiten Sie sich jetzt vor – sicher durch die kalte Jahreszeit

Der Winter in der Schweiz ist kein Grund, auf das Autofahren zu verzichten – mit der richtigen Vorbereitung wird jede Fahrt zum sicheren Erlebnis. Prüfen Sie zuerst Ihre Winterausrüstung: Reifenprofil messen, das Alpin-Symbol kontrollieren, Schneeketten einpacken und Scheibenwischer sowie Frostschutz auffrischen. Dann melden Sie sich noch heute für einen TCS-Winterfahrkurs an – für Ihre Sicherheit und die aller Verkehrsteilnehmer. Besuchen Sie die TCS-Website oder rufen Sie 0800 140 140 an. Machen Sie den ersten Schritt zu einer unfallfreien Wintersaison.

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