Schweizer Autohäuser wie AMAG und Emil Frey bieten Carsharing und Auto-Abos an. Der Wandel zum Mobilitätsdienstleister bringt mehr Freiheit und weniger Risiko.
Früher war der Gang zum Neuwagenhändler eine klare Sache: Probefahrt, Preisverhandlung, Kaufvertrag. Heute sieht das ganz anders aus. Schweizer Autohäuser wie die AMAG oder Emil Frey bieten plötzlich Carsharing (das gemeinsame Nutzen von Autos auf Abruf), Auto-Abos und flexible Mietmodelle an – und das nicht aus Spass, sondern aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Der Wandel vom reinen Verkäufer zum ganzheitlichen Mobilitätsdienstleister ist in vollem Gange. Und Sie als Kunde profitieren davon mit mehr Freiheit, weniger Risiko und neuen Möglichkeiten, ein Auto zu nutzen, ohne es gleich kaufen zu müssen.
1. Vom Verkäufer zum Mobilitätsanbieter: Ein Paradigmenwechsel
Schweizer Neuwagenhändler stehen unter Druck: Die Margen im klassischen Fahrzeugverkauf schrumpfen, die Kundenerwartungen steigen. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Flexibilität – vor allem in urbanen Zentren wie Zürich, Basel oder Genf. Die Antwort der Branche: Sie erweitern ihr Angebot von der einmaligen Transaktion hin zu einer fortlaufenden Dienstleistung. Die AMAG, grösster Autoimporteur der Schweiz (Marken: VW, Audi, Seat, Škoda), hat diesen Wandel früh erkannt. Seit 2022 bietet sie Carsharing in Kooperation mit Mobility an – über 500 Fahrzeuge sind landesweit im Einsatz. Emil Frey, der zweitgrösste Importeur, zog 2023 mit dem Auto-Abo «FreyDrive» nach. Und der Trend bestätigt sich: 2023 wurden in der Schweiz rund 250'000 Neuwagen zugelassen – deutlich weniger als in den Vorjahren – und die Händlermargen sinken kontinuierlich. Der Schritt zum Mobilitätsdienstleister ist daher nicht nur innovativ, sondern überlebenswichtig.
- AMAG: Carsharing via Mobility mit über 500 Fahrzeugen an 40+ Standorten
- Emil Frey: Auto-Abo «FreyDrive» ab CHF 399/Monat, flexible Laufzeiten
- Branchenzahlen: 250'000 Neuzulassungen 2023, sinkende Händlermargen zwingen zu neuen Modellen
2. Die AMAG und Mobility: Eine Carsharing-Partnerschaft mit Erfolg


Die Kooperation zwischen der AMAG und der Genossenschaft Mobility ist ein Paradebeispiel für den Paradigmenwechsel. Seit 2020 laufen die Gespräche, 2022 startete der operative Betrieb. Konkret: Rund 500 AMAG-Fahrzeuge – darunter viele Elektroautos wie der VW ID.3 oder der Audi Q4 e-tron – stehen schweizweit an über 40 Mobility-Stationen in AMAG-Garagen bereit, von Genf über Bern bis St. Gallen. Kunden können die Autos spontan oder vorgebucht nutzen, bezahlen minutengenau oder pauschal. Der Clou: Rund 30 Prozent der Carsharing-Nutzer entscheiden sich später für einen festen Fahrzeugkauf bei der AMAG. Der Dienst wird also zur Verkaufsplattform. «Wir bringen Kunden ohne Druck in Kontakt mit unseren Marken», erklärt ein AMAG-Sprecher. «Das Carsharing senkt die Hemmschwelle, ein neues Auto auszuprobieren – besonders bei E-Modellen.»
Für die Schweiz ist dieses Modell besonders relevant, weil die Dichte an Mobility-Stationen in Kombination mit dem AMAG-Netzwerk enorm ist. In der Stadt Zürich etwa befinden sich zehn solcher Stationen; in ländlichen Regionen wie dem Kanton Graubünden sind es immerhin drei. Die Flexibilität für Kunden ist gross: Keine Anzahlung, keine langfristige Bindung, dafür Zugriff auf eine breite Modellpalette. Die AMAG beweist, dass ein etablierter Neuwagenhändler erfolgreich ins Carsharing einsteigen kann.
- Über 40 Stationen bei AMAG-Garagen, von Genf bis St. Gallen
- Hoher Anteil an Elektroautos: VW ID.3, Audi Q4 e-tron, Škoda Enyaq
- 30% der Carsharing-Nutzer werden später zu Käufern
3. Emil Frey und das Auto-Abo: Flexibilität statt Eigentum
Emil Frey, die Nummer zwei im Schweizer Automobilimport, setzt auf ein anderes Modell: das Auto-Abo. Seit März 2023 bietet die Gruppe unter dem Namen «FreyDrive» Fahrzeuge ab monatlich CHF 399 an – inklusive Versicherung, Service, Winterreifen und sogar einer Vollkasko mit Selbstbehalt von CHF 500. Die Laufzeit ist flexibel von einem bis zu zwölf Monaten; eine Kündigung ist jederzeit möglich. Das Angebot umfasst derzeit rund 20 Modelle, darunter den VW Golf, den Škoda Octavia und den Toyota Yaris. «Wir haben gemerkt, dass viele Kunden unsicher sind, ob ein Neuwagen die richtige Investition ist», sagt ein Emil-Frey-Sprecher. «Das Abo nimmt ihnen das Risiko ab und macht den Einstieg in die Marke leicht.»
Bisher nutzen rund 10 Prozent der Neukunden das Abo vor einem festen Kaufentscheid. Das heisst: Sie testen das Auto einen oder mehrere Monate und entscheiden dann, ob sie es kaufen. Dieser Ansatz funktioniert besonders gut bei Elektroautos, wo die Kaufzögerung wegen der hohen Anschaffungskosten und der Unsicherheit um die Reichweite gross ist. Emil Frey erhofft sich, dass die Abo-Kunden langfristig zu treuen Käufern werden – ähnlich wie bei der AMAG mit dem Carsharing. Die klaren Vorteile auf einen Blick:
- Keine Anzahlung, keine Bindung an eine Mindestlaufzeit
- Alle Nebenkosten im Monatspreis enthalten: Versicherung, Steuern, Service
- Flexible Laufzeit zwischen 1 und 12 Monaten – ideal für Übergangszeiten
- Ermöglicht das Testen von E-Autos ohne finanzielles Risiko
4. Weitere Händler und ihre Strategien: Von Stutz bis Garage Bandi



Die beiden Grossen sind nicht allein. Auch kleinere und mittlere Neuwagenhändler entwickeln eigene Mobilitätsangebote. Stutz in Zürich etwa betreibt mit «CarOnDemand» ein eigenes Carsharing-System, das exklusiv ihren Kunden zur Verfügung steht. Fahrzeuge können stunden- oder tageweise gemietet werden – sei es für einen Ausflug oder als Ersatzauto während der Werkstatt. In Bern hat die Garage Bandi ein Langzeitmiet-Modell von 6 bis 24 Monaten im Programm, inklusive Wartungspaket und Mobilitätsgarantie. Diese lokalen Angebote richten sich gezielt an verschiedene Kundensegmente: Privatpersonen, Firmen, Gelegenheitsfahrer.
Laut dem Branchenverband auto-schweiz planen rund 60 Prozent der Händler bis 2025 ein Mobilitätsangebot – sei es Carsharing, Auto-Abo oder Langzeitmiete. «Der Schweizer Neuwagenmarkt wird sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern», sagt ein Verbandssprecher. «Der reine Verkauf wird nicht mehr ausreichen; die Kunden verlangen nach massgeschneiderten Nutzungsmöglichkeiten.» Diese Entwicklung zeigt, dass der Wandel von den grossen Importeuren ausgeht, aber auch in die Breite der Garagenlandschaft ausstrahlt.
- Stutz Zürich: Carsharing «CarOnDemand» für Kunden, stundenweise Buchung
- Garage Bandi Bern: Langzeitmiete (6–24 Monate) mit Rundum-Sorglos-Paket
- Branchenumfrage: 60% aller Händler planen Mobilitätsangebote bis 2025
5. Vorteile für Kunden: Kein Risiko, volle Flexibilität
Für Sie als Autokäufer oder -interessierte ergeben sich daraus handfeste Vorteile. Das wichtigste Argument ist die Risikominimierung: Sie müssen keine hohe Anzahlung leisten, keinen Kredit aufnehmen und sich nicht jahrelang an ein Fahrzeug binden. Alle Kosten sind transparent – Versicherung, Steuern, Service sind im monatlichen Abo- oder Carsharing-Preis enthalten. Gerade in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten, in denen sich Berufs- oder Lebenssituation schnell ändern können, ist diese Flexibilität Gold wert.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Modelle erlauben es, Elektroautos ohne Kaufrisiko zu testen. Viele Schweizer zögern noch beim Umstieg auf E-Mobilität, weil sie Reichweitenangst haben oder unsicher sind, ob das Auto zum eigenen Fahrprofil passt. Mit einem einmonatigen Abo oder einem Carsharing-Angebot können Sie den Alltag mit einem E-Auto erleben – und das ohne Druck. Laut einer Comparis-Umfrage von 2023 können sich bereits 45 Prozent der Schweizer Autointeressierten ein Auto-Abo vorstellen. Die Nachfrage ist also da, und die Händler reagieren darauf.
- Keine Anzahlung, keine langfristige Bindung – ideal für Berufspendler und Umzügler
- Volle Kostentransparenz: Versicherung, Service, Winterreifen inklusive
- E-Auto-Test ohne Risiko: Ladeinfrastruktur und Alltagstauglichkeit prüfen
- 45% der Interessierten offen für Auto-Abo (Comparis 2023)
6. Herausforderungen: Margendruck und Digitalisierung
So attraktiv die neuen Modelle für Kunden sind – für die Händler bedeuten sie grosse Investitionen. Die Digitalisierung der Abläufe ist zentral: Buchungsplattformen, Abrechnungssysteme und Fahrzeugverwaltung müssen aufgebaut werden. Ein Carsharing-Angebot benötigt eine App, ein Auto-Abo erfordert ein funktionierendes Kundenportal. Das kostet Geld und Know-how. Gleichzeitig sinken die traditionellen Serviceeinnahmen durch den Trend zu Elektroautos, die weniger Wartung brauchen – etwa keine Ölwechsel, weniger Verschleissteile.
Hinzu kommen regulatorische Hürden: Versicherungsmodelle für Carsharing und Abos sind komplexer als bei Privatfahrzeugen. Wer haftet bei einem Unfall während der Carsharing-Nutzung? Wie wird die Vollkasko kalkuliert? Solche Fragen müssen rechtssicher geklärt sein. Trotz dieser Hürden rechnen sich die Mobilitätsdienstleistungen aus Händlersicht: Die Margen sind höher als beim reinen Fahrzeugverkauf. Ein Abo-Kunde bringt über die Laufzeit einen stetigen Ertrag, während der Verkauf nur eine einmalige Provision abwirft. Deshalb investieren die Händler mutig und sehen darin eine strategische Weichenstellung für die Zukunft.
- Hohe IT-Investitionen für Buchungsplattformen und Fahrzeugverwaltung
- Weniger Werkstattbesuche durch E-Autos – sinkende Serviceerträge
- Komplexe Versicherungsmodelle: Haftung bei Carsharing und Abos klären
- Höhere Margen bei Dienstleistungen als beim Verkauf – Anreiz für Händler
7. Fazit: So profitieren Sie von der neuen Händlerwelt
Der Wandel im Schweizer Neuwagenhandel ist nicht nur eine theoretische Entwicklung – er betrifft Sie direkt. Ob Sie ein Auto nur für ein paar Tage brauchen, für einen Monat testen oder langfristig nutzen möchten: Die neuen Angebote geben Ihnen die Freiheit, genau das Modell zu wählen, das zu Ihrem Leben passt. Besuchen Sie Ihren lokalen Neuwagenhändler – egal ob eine AMAG-Filiale, ein Emil-Frey-Autohaus oder eine unabhängige Garage wie Stutz in Zürich oder Bandi in Bern – und fragen Sie nach Carsharing-, Abo- oder Langzeitmiet-Optionen. Viele bieten aktuell Einführungsaktionen, vergünstigte Tarife oder einen kostenlosen Probemonat an.
Informieren Sie sich auf den Webseiten von AMAG (mobility.amag.ch), Emil Frey (freydrive.ch) oder direkt vor Ort. Und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen – diskutieren Sie auf Foren oder in den sozialen Medien, was Ihnen gefällt und wo noch Nachholbedarf besteht. Der Wandel ist im Gang, und je mehr Kunden die neuen Modelle nutzen, desto schneller wird sich das Angebot verbessern. Probieren Sie es aus: Testen Sie noch heute ein Auto-Abo oder ein Carsharing-Angebot – ohne Risiko, voller Flexibilität.



