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Autonomes Fahren in der Schweiz: Stand und Ausblick 2024
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Autonomes Fahren in der Schweiz: Stand und Ausblick 2024

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Autonomes Fahren in der Schweiz: von Testfahrten über Level-3-Modelle bis zu konkreten Plänen für autonome Taxidienste. Erfahre, wann du einen Level-4-Shuttle besteigen kannst.

Stell dir vor: Du sitzt in deinem Auto, die Hände locker im Schoss, und während du gemütlich deinen Morgenkaffee trinkst, kurvt der Wagen eigenständig durch den Zürcher Feierabendverkehr. Klingt nach Science-Fiction? In der Schweiz wird diese Vision rascher Realität, als viele denken. 2024 haben wir die Schwelle von der Theorie zur Praxis längst überschritten – doch wie weit sind wir wirklich? Von bewilligten Testfahrten über erste Level-3-Modelle auf dem Markt bis hin zu konkreten Plänen für autonome Taxidienste: Dieser Artikel gibt dir einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand und die kommenden Schritte des autonomen Fahrens in der Schweiz. Du erfährst, welche rechtlichen Hürden noch bestehen, welche Pilotprojekte laufen und wann du selbst einen Level-4-Shuttle besteigen kannst.

1. Von der Teststrecke auf die Strasse: So weit ist die Schweiz

autonomous car switzerland testing

Die Schweiz hat das Thema frühzeitig angepackt. Bereits 2021 trat eine Verordnung in Kraft, die Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Strassen erlaubt – allerdings nur mit einem Sicherheitsfahrer an Bord. Seither hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) über 20 Bewilligungen erteilt. Zu den bekanntesten Akteuren zählen die ETH Zürich mit ihren Forschungsfahrzeugen, Bosch, die in Zusammenarbeit mit lokalen Partnertesten, sowie der US-Konzern Waymo, der einzelne Strecken in der Deutschschweiz erkundet. Die Testfahrten konzentrieren sich auf klar definierte Gebiete – meist Industrieareale oder wenig befahrene Nebenstrassen. Doch das soll sich bald ändern: Das ASTRA plant, ab 2025 erste Level-4-Fahrzeuge für den öffentlichen Verkehr zuzulassen. Diese dürfen dann ohne Sicherheitsfahrer auf festgelegten Routen verkehren. Der Schritt von der Teststrecke in den Alltag vollzieht sich also schneller, als viele erwarten.

2. Rechtlicher Rahmen: Was erlaubt ist und was nicht

Die rechtlichen Grundlagen für das autonome Fahren in der Schweiz wurden mit der Verordnung über das automatisierte Fahren (AFV), die im März 2023 in Kraft trat, auf ein solides Fundament gestellt. Sie definiert drei wichtige Kategorien:

  • Level-3-Fahrzeuge wie der Mercedes EQS mit Drive Pilot sind auf Autobahnen zugelassen – allerdings nur bis 60 km/h und bei guten Wetter- und Markierungsbedingungen. Der Fahrer kann die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber jederzeit übernahmebereit sein.
  • Level-4-Fahrzeuge (z.B. autonome Shuttles) benötigen eine Sonderbewilligung des ASTRA und dürfen ausschliesslich auf vorgegebenen Strecken ohne Sicherheitsfahrer fahren. Die Zulassung erfolgt fallweise und ist an strenge Sicherheitsauflagen gebunden.
  • Level-5 – also vollständig fahrerloses Fahren auf allen Strassen – ist in der Schweiz noch nicht absehbar. Die AFV sieht derartige Betriebsgenehmigungen frühestens ab 2027 vor.

Für die Zulassung autonomer Fahrzeuge in der Schweiz müssen Hersteller umfangreiche Sicherheitsnachweise erbringen, darunter Simulationsdaten, reale Testkilometer und ein Konzept für den Fernzugriff im Notfall. Die Versicherungsbranche, etwa die AXA, arbeitet parallel an speziellen Tarifen, die das Haftungsrisiko zwischen Fahrer und Hersteller klar regeln.

3. Pilotprojekte in der Schweiz: Von Genf bis St. Gallen

Schweizweit laufen mehrere vielversprechende Pilotprojekte, die den Weg für den Regelbetrieb ebnen. Drei Beispiele stechen besonders hervor:

  • Sitten (Wallis): Seit 2022 verkehrt ein autonomer Shuttle des französischen Herstellers Navya auf einer 1,5 km langen Strecke durch die Altstadt. Der Shuttle fährt im Mischverkehr mit Fussgängern und Autos, allerdings mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. Die Betreiber sammeln wertvolle Daten zu Akzeptanz und Sicherheit.
  • Genf: Die Stadt testet seit 2023 einen autonomen Bus der Linie 23 auf einem 3 km langen Abschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und dem Palexpo-Gelände. Das Fahrzeug ist vollständig in den öffentlichen Nahverkehr integriert und wird von einem Operator ferngesteuert, der bei Problemen eingreifen kann.
  • St. Gallen: Der Kanton plant ab 2025 einen autonomen Zubringer zum Bahnhof mit Fahrzeugen von EasyMile. Die Strecke führt durch ein Wohnquartier und soll vor allem Senioren und Pendlern eine flexible, emissionsfreie Alternative bieten.

Diese Projekte zeigen: Autonome Shuttles in der Schweiz sind keine Zukunftsmusik, sondern bereits Realität – wenn auch noch auf überschaubaren Routen.

4. Herausforderungen: Alpen, Wetter und Akzeptanz

Trotz aller Fortschritte stehen Entwickler und Behörden vor grossen Hürden. Die Schweizer Topografie mit ihren engen Kehren, steilen Rampen und zahlreichen Tunneln stellt höchste Anforderungen an die Sensortechnik. Schnee, Nebel und starke Regenfälle beeinträchtigen Kameras und Lidar-Systeme erheblich – ein Problem, das in flacheren, sonnigen Ländern wie Kalifornien kaum auftritt. Hinzu kommt die Akzeptanz in der Bevölkerung: Eine repräsentative Umfrage des Touring Clubs Schweiz (TCS) von 2023 ergab, dass 58% der Befragten autonomen Autos skeptisch gegenüberstehen. Hauptsorgen sind Sicherheit und Kontrollverlust. Die Versicherungsbranche reagiert darauf: Die AXA entwickelt spezielle Tarife, die das Haftungsrisiko für automatisierte Fahrzeuge transparent machen. Zudem fördert der Bund gezielt Forschungsprojekte, die die Technik an das alpine Klima anpassen, etwa durch verbesserte Sensorfusion und KI-unterstützte Wettermodellierung.

5. Neue Modelle für die Schweiz: Diese Hersteller sind bereit

mercedes eqs drive pilot switzerland

Für Privatkäufer wird das autonome Fahren in der Schweiz zunehmend konkret. Drei Hersteller drängen auf den Markt:

  • Mercedes-Benz bietet den EQS mit Drive Pilot an – das erste Level-3-Auto, das in der Schweiz offiziell zugelassen ist. Der Preis startet bei rund 120'000 CHF. Drive Pilot ist auf Autobahnen bis 60 km/h nutzbar und bei guten Licht- und Strassenverhältnissen aktiv. Der Fahrer kann während der Fahrt E-Mails lesen oder einen Film schauen – muss aber auf Übernahmebereitschaft per Kamera überwacht werden.
  • Honda hat den Legend Hybrid mit Traffic Jam Pilot angekündigt. Das System funktioniert ähnlich wie der Drive Pilot, soll aber bereits ab 2025 auf dem Schweizer Markt erhältlich sein. Honda setzt auf eine besonders einfache Bedienung und einen erweiterten Geschwindigkeitsbereich bis 80 km/h.
  • Tesla ist ein Sonderfall: Full Self-Driving (FSD) ist in der Schweiz noch nicht zugelassen, da die Zertifizierung durch das ASTRA aussteht. Tesla arbeitet laut eigenen Angaben an der Anpassung an die europäischen Vorschriften. Insider rechnen frühestens 2026 mit einer Freigabe.

Für Interessierte heisst das: Wer heute schon Level-3-Komfort erleben möchte, kommt um einen Mercedes EQS nicht herum. Die Konkurrenz zieht jedoch rasch nach.

6. Zukunftsausblick: Wann fahren wir autonom durch die Schweiz?

Die Planungen des ASTRA und der Kantone sind ambitioniert. Bis 2027 sollen erste Level-4-Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer auf Schweizer Strassen unterwegs sein – zunächst auf festgelegten Routen in Städten und Agglomerationen. Die Städte Zürich, Basel und Genf bereiten sich darauf vor, ab 2030 autonome Taxidienste zu starten. Den Auftakt macht voraussichtlich die Genfer Linie 23, die bereits ab 2028 vollständig fahrerlos verkehren könnte. Der Bund hat dafür 50 Millionen Franken aus dem Innovationsfonds für autonome Mobilität bereitgestellt. Auch grenzüberschreitende Projekte mit Deutschland und Frankreich sind in Diskussion – etwa eine autonome Shuttleverbindung vom Flughafen Basel-Mülhausen in die Innenstadt. Die Vision: Bis 2035 fahren in der Schweiz zehntausende autonome Fahrzeuge, die den öffentlichen Verkehr ergänzen und den Individualverkehr entlasten.

7. Bleib am Ball: So verfolgst du die Entwicklung

Das Tempo der Entwicklung ist hoch. Um keine wichtigen Neuerungen zu verpassen, empfehle ich dir drei konkrete Schritte:

  • Newsletter abonnieren: Trage dich auf «Schweiz Auto» ein und erhalte monatlich die wichtigsten Updates zu autonomen Fahrzeugen, Zulassungen und Testmöglichkeiten – direkt in dein Postfach.
  • ASTRA-Webseite besuchen: Das Bundesamt für Strassen veröffentlicht alle aktuell bewilligten Teststrecken und -fahrzeuge. So kannst du live mitverfolgen, wo und welche autonomen Autos unterwegs sind.
  • Selbst erleben: Bei den Swiss Innovation Days 2024 in Lausanne hast du die Chance, eine Probefahrt in einem autonomen Shuttle zu buchen. Die Plätze sind begrenzt – melde dich frühzeitig an und erlebe die Zukunft der Mobilität hautnah.

Bleib neugierig und informiert, denn die Schweiz fährt autonom – und du solltest Teil dieser Reise sein!

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